Kinokatakomben und Kathedralen des Zelluloids im Weserbergland

Sieben Schlösser bei Filmteams und Stars beliebt

Mehr als 800 Jahre Geschichte, Zeugnisse bedeutender Epochen und höfischer Kultur sowie reizvolle Architektur machen die Anziehungskraft der Sieben Schlösser im Leine- und Weserbergland für Besucher aus aller Welt, aber auch für die Filmwelt aus. Die sieben kulturhistorischen Juwele – vier von ihnen noch heute in Familienbesitz – sind berühmt als Hauptwerke der Weserrenaissance, für ihr weißes Gold, für das größte private Mausoleum der Welt, als Königsschloss und sogar als Weltkulturerbe. Gelegen rund um die Rattenfängerstadt Hameln, in landschaftlich reizvoller Lage, sind die Sieben Schlösser wahre Besuchermagnete. ( www.sieben-schloesser.de).

Die eindrucksvollen Schlösser eignen sich hervorragend als Filmdrehorte für historische- und Fantasyfilme, Science Fiction, Komödien und aktuelle Stoffe. Sie verbinden die ruhmreiche Vergangenheit mit lebendiger Gegenwart, atmen und erzählen Hunderte von Geschichten und präsentieren sich doch modern, mit guter Infrastruktur und neuesten technischen Möglichkeiten. Ihre Gemäuer haben schon viel erlebt, aber noch längst nicht alles preisgegeben.

Was wäre die Filmwelt ohne die Schlösser? Christopher Lambert wurde in einem schottischen Schloss zum „Highlander“. Auch für Sean Connery war ein Schloss der Rückzugsort vor dem nächsten Beutezug und einer „Verlockenden Falle“. Kevin Costner wurde in einem englischen Schloss zu „Robin Hood – König der Diebe“. „Nosferatu“ besuchte die Arwaburg in den Karpaten, „Frankenstein“ wurde in einem Schloss erschaffen und auch „Dracula“ hauste in Transsylvanien in einem Schloss.

Weniger bekannt ist, dass auch die Sieben Schlösser und das Weserbergland eine bedeutende Rolle in der internationalen Filmwelt spielen. Der kleine Unterschied ist allerdings, dass man hier nur wenige Kilometer zurücklegen muss, um sich in Australien oder China zu wähnen. Zahlreiche Stars von gestern und heute bleiben mit den Sieben Schlössern auf Ewig auf Zelluloid gebannt: Liselotte Pulver, Heinz Erhardt, Peter Lohmeyer, Natalia Wörner, Hape Kerkeling, Johannes Heesters, Maria Furtwängler, Karin Dor, Mario Adorf oder Witta Pohl. Und das sind längst nicht alle Berühmtheiten, die auf den Sieben Schlössern schon vor einer Filmkamera gestanden haben.

Die internationale Filmwelt auf den Sieben Schlössern

Die australischen Zwillinge Sam und Ben Hazelton kennt man eben. Die TV-Serie „In Your Dreams“, die seit dem Sommer 2012 auf Schloss Marienburg entstand, wurde in die ganze Welt verkauft. Kein Wunder also, dass die Macher ihr Heimatland Australien im Frühjahr 2014 erneut verließen und nach Niedersachsen reisten, um eine zweite Staffel zu drehen. Dort wurden die weiteren Abenteuer der beiden Teenager erzählt, die in der Geschichte dem Schloss mit Patina neues Leben einhauchen. Ein 50 Mann starkes Team setzte die märchenhafte Story um.

Aus China reisten Filmemacher an, um in Hameln, im Schlosshotel Münchhausen und Schloss Hämelschenburg zu drehen. Nach Aufnahmen in Brasilien suchte sich die Produktion von „Bach in Brazil“ das Schloss Bückeburg aus, um dort die zu Herzen gehende Story eines Musiklehrers weiterzuerzählen, der in Ouro Preto den Kindern in einer Anstalt Unterricht erteilt und sie dann in das Weserbergland mitbringt. Letzt-endlich verzaubern die musizierenden Brasilianer die Zuschauer beim Bach Festival auf Schloss Bückeburg. Regisseur des Films ist Ansgar Ahlers, ein waschechtes Nordlicht, das aus Aschendorf, einem Stadtteil der emsländischen Stadt Papenburg kommt. Und er ist nicht der einzige Norddeutsche, der vor Ort gedreht und international die Filmwelt beeindruckt hat.

Norddeutschland – Sprungbrett für Autoren und Regisseure

Für zahlreiche bekannte Autoren und Regisseure begann ihre Karriere in Norddeutschland oder direkt in Niedersachsen. Man denke nur an Kai Christiansen und Christian Theede, die beide aus Flensburg stammen. Christiansen hat inzwischen dreimal auf Schlössern in Niedersachsen gedreht. „Münchhausen – Die Geschichte einer Lüge“ mit Ben Becker und Alexander Beyer entstand 2012 auf Schloss Hämelschenburg. Drei Jahre später standen Barnaby Metschurat, Francis Fulton Smith und Natalia Wörner für „Der gute Göring“ auf Schloss Bückeburg vor seiner Kamera. Und Natalia Wörner gefiel es in der Stadt so gut, dass sie 2016 erneut auf das Schloss reiste, um wiederum unter der Regie von Christiansen das historische Dokudrama „Mata Hari – Tanz mit dem Tod“ an der Seite von Nora von Waldstätten zu drehen. Die Erstausstrahlung in der ARD ist für den 18. Juni 2017 angekündigt. Produziert wurden die beiden Filme bei Sandra Maischberger. Sie wurden, wie viele weitere von Nordmedia, der Film- und Medienförderung in Niedersachsen und Bremen gefördert.

Der Kameramann, Regisseur und Autor Nils Loof aus Hannover nutzte ebenfalls den Sitz des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe, um dort einen Teil seiner Aufarbeitung der Mordserie von Fritz Haarmann zu realisieren. „Puppenjungs – Der Fall Haarmann“, so der Titel, entstand 2009. Realer, wie auch fiktiver Mordfälle haben sich auch andere niedersächsische Filmemacher angenommen und ihre Filme auf den Sieben Schlössern und ihrer Umgebung auf Zelluloid gebannt. 2004 entstand unter der Regie von Christiane Balthasar in der Region um Hameln der Tatort „Märchenwald“ mit Maria Furtwängler, Hannes Jaenicke, Ingo Naujoks und Charlie Hübner. Balthasar stammt aus dem niedersächsischen Hoya. Der aus Hildesheim kommende Regisseur Karsten Wichniarz drehte von 1996 bis 2000 gemeinsam mit Kollegen die TV-Serie „Happy Birthday“, die immerhin 39 Teile umfasste. Darin ist Witta Pohl als Hebamme im fiktiven Krankenhaus Hambrück, das in Hameln steht, zu sehen.

Hameln als Stadt tauchte schon in mehreren Verfilmungen rund um die Rattenfängersage auf, aber nur eine Drehbuchautorin wohnt auch um die Ecke. Annette Hess schrieb den Fernsehfilm „Die Toten von Hameln“, der 2014 ausgestrahlt wurde und mit Julia Koschitz, Bjarne Mädel und Matthias Habich hochklassig besetzt ist. Annette Hess wohnt in Coppenbrügge bei Hameln. Beim Schreiben hat sie den Ith vor Augen, also genau den Berg, in dem die Kinder von Hameln verschwunden sein sollen, die dem Rattenfänger folgten. „Ein niedersächsischer Thriller zur besten Sendezeit“, hieß es in einer Kritik der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 19. Mai 2014.

Komödien, Klamotten, Kleinkunstbühnen

Aber nicht nur Thriller und Geschichten, in denen es um die Aufklärung von Morden geht, entstanden in den Sieben Schlössern, sondern auch Komödien. Bereits 1956 war das Schloss Fürstenberg Schauplatz des Films „Heute heiratet mein Mann“ mit Liselotte Pulver, Johannes Heesters, Paul Hubschmid und Gustav Knuth. „Es war die Zeit von ´Omas Kino“, die ich jetzt mit einigem Amüsement betrachte“, schrieb Paul Hubschmid dazu in seinen Erinnerungen. Liselotte Pulver genoss die „temperamentvolle Nachkriegskomödie“, wie es in verschiedenen Kritiken hieß. In ihren Memoiren „Das Geheimnis meines Lachens“ schrieb sie: „Es war eine Riesenrolle ohne einen freien Tag“ und erinnerte sich auch noch an ein „unanständiges Kleid mit zwei anstößigen ovalen Löchern über dem Magen“.

Spaßvogel Eddi Arent kalauerte in der Edgar Wallace Verfilmung „Der unheimliche Mönch“ neben Karin Dor, Harald Leipnitz und Siegfried Lowitz. Die schöne, aber auch unheimliche Schwarzweiß-Atmosphäre des Krimis wurde im Hamelner Ortsteil Hastenbeck eingefangen. Komödien-spezialist Heinz Erhardt tobte sich 1972 an der Seite von Hannelore Elsner, Ernst H. Hilbich und Barbara Schöne in der Klamotte „Willi wird das Kind schon schaukeln“ auf Schloss Pyrmont aus und machte die ehrwürdigen Mauern zu seiner Bühne. „Bitte recht freundlich“ lautete übrigens der Arbeitstitel des Films, wie die „Pyrmonter Nachrichten“ am 11. November 1971 titelten. Dieses Motto passt auch gut zu den Sieben Schlössern. In den letzten 60 Jahren haben sie immer wieder als Sehnsuchtsort, Film-kulisse, Background für Fotoshootings und Musikvideos oder als Double gedient.

Wer sich auf den Weg zu den Sieben Schlössern macht, kann auf den Spuren von Liselotte Pulver, Heinz Erhardt, Peter Lohmeyer, Natalia Wörner, Hape Kerkeling, Johannes Heesters, Maria Furtwängler, Karin Dor, Mario Adorf, Witta Pohl und vielen anderen wandeln und sich dabei ganz sicher an zahlreiche Filmszenen erinnern.

Weitere Informationen zu den Sieben Schlössern im Leine- und Weserbergland und Hameln sowie zu Veranstaltungen finden Sie hier: www.sieben-schloesser.de

Pressefotos in hoher Auflösung stehen den Medien hier als Download bereit: www.sieben-schloesser.de/pressefotos

Keywords:Film, Mata Hari, Göring, Hameln, Weserbergland, Maischberger

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