Unruhe im Goldminensektor

Der Goldminensektor ist vergleichsweise klein. Hohe Mittelzuflüsse beim VanEck Vectors Junior Gold Miners Fonds verlangen nun eine Restrukturierung. Die Verwerfungen bieten Chancen.

BildDer Goldminensektor ist vergleichsweise klein. Hohe Mittelzuflüsse beim VanEck Vectors Junior Gold Miners Fonds verlangen nun eine Restrukturierung. Die Verwerfungen bieten Chancen.

Im Juni wird der auf kleinere aufstrebende Gold- und teilweise auch Silber-Unternehmen spezialisierte MVIS-Global-Junior-Gold-Miners-Index neu aufgestellt. Dieses Vorgehen des Indexanbieters hat einen einfachen Grund. Der auf den Index aufgesetzte Aktienfonds VanEck Vectors Junior Gold Miners hatte zuletzt hohe Zuflüsse. Das Anlagespektrum wurde ihm einfach zu eng. Teilweise musste der Fonds bereits zweistellige Anteile an den Gold-Gesellschaften halten. Das ist für ein Fondsmanagement langfristig nicht tragbar, denn dann ist ein schneller Ausstieg aus einem Titel, wenn sich die fundamentalen Daten dort verschlechtern sollten, nicht mehr gut möglich – zumindest nicht zu einem akzeptablen Preis.

Innerhalb von etwas mehr als einem Jahr kletterte das Anlagevolumen beim Junior-Goldminenindex von rund einer Milliarde US-Dollar auf zirka fünf Milliarden Dollar an. Der Börsenwert der im MVIS-Index enthaltenen Titel liegt jedoch nur bei gut 30 Milliarden Dollar. Der Indexanbieter wird daher die Basis verbreitern. Statt einer Höchstgrenze für die Marktkapitalisierung der Mitglieder von rund 1,5 Milliarden Dollar wird diese auf fünf Milliarden erhöht. Dies sowie die Verbreiterung der Basis führen zur Neuaufnahme von rund 20 Titeln. Insgesamt dürfte das Anlageuniversum auf rund 70 Milliarden Dollar anwachsen.

Für die neu aufzunehmenden Minen ist dies gut. Denn die Nachfrage nach ihren Aktien wird ansteigen, da sie ja nun in den Vectors-Fonds und andere von Index oder Fonds abgeleitete Vehikel aufgenommen werden. Auf der anderen Seite muss VanEck Liquidität schaffen, um die neuen Indexmitglieder einkaufen zu können. Altbestände werden daher entsprechend abgebaut. Die gesamte Umschichtung dürfte im Sommer abgeschlossen sein. Stichtag für die Indexumstellung ist Mitte Juni. Bereits jetzt kam es zu größeren Verkäufen bei einigen Goldminen. Das brachte die Kurse unter Druck.

Für Anleger, die sich im Goldsektor positionieren wollen, bieten diese niedrigeren Preise, die lediglich technischer Natur sind, gute Einstiegskurse am Gesamtmarkt. Zwei Aktien von Goldgesellschaften, die derzeit interessant aussehen, sind Corvus Gold und Pershing Gold.

Die zügige Wiedereröffnung der Relief-Canyon Goldmine in Nevada ist das Ziel von Pershing Gold – https://www.youtube.com/watch?v=MpGPiyuqWEs -. Eine Haufenlaugungsanlage und drei Tagebauminen gehören zum Projekt. Pershings Unterverpachtungsvertrag mit Newmont Mining ermöglicht die Entdeckung von Satellitenvorkommen, da das Projekt noch in drei Richungen offen ist.

Ebenfalls in Nevada betreibt Corvus Gold – https://www.youtube.com/watch?v=IrYM_67NOp8 – das North Bullfrog-Projekt, das rund 72 Quadratkilometer umfasst und bereits früher Gold und Silber hervorbrachte. Zu 100 Prozent im Eigenbesitz und mit bester Infrastruktur ausgestattet, verfügt das Projekt über 3,86 Millionen Tonnen Gestein (gemessene Ressourcen) mit 2,55 Gramm Gold und 19,7 Gramm Silber pro Tonne im Durchschnitt.

Dieser Bericht wurde von unserer Kollegin Ingrid Heinritzi verfasst, den wir nur als zusätzliche Information zur Verfügung stellen.

Viele Grüße
Ihr
Jörg Schulte

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